Wieviel Trinkgeld ist angemessen?

„Das macht dann vier Franken 60“. „Fünf ist ok“. Den Fünfliber hinlegen und gut ist. Zumindest bei uns in der Schweiz ist dieses Verhalten sehr verbreitet. Auch ich handhabe es meist so. Aber wie macht man das anderswo? Wieviel Trinkgeld ist wirklich angemessen? Eine Frage, die ich mir jedes mal wieder stelle, wenn ich irgendwo im Ausland bin. Bereits in Deutschland oder Österreich weiss ich jeweils bereits nicht mehr, was in Sachen Trinkgeld angemessen ist.

Für mich dient das Trinkgeld als Zeichen der Wertschätzung für guten Service. Bei kleineren Beträgen runde ich normalerweise auf den nächsten Franken auf. Fällt die Rechnung höher aus, zum Beispiel bei einem Essen, dann gebe ich gerne mehr. Ist der Service sehr gut, dann „belohne“ ich das auch gerne mit einem grösseren Trinkgeld. Werde ich jedoch unfreundlich bedient und kaum beachtet, so kann ich mir auch mal die 30 Rappen Rückgeld auszahlen lassen. Kommt zwar nie gut an, aber wirklich schlechter Service kommt bei mir ebenfalls nie gut an. Glücklicherweise kommt eine solche Situation sehr selten vor.

Trinkgeld

Mit zehn Prozent ist man meistens gut dabei

Es gilt zwar nicht überall, aber in den meisten europäischen Ländern fährt man damit sehr gut. In Belgien, Island, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz ist das Trinkgeld grundsätzlich im Preis inbegriffen. Üblicherweise wird aufgerundet oder guter Service zusätzlich belohnt.

Ganz anders ist die Lage in den USA. Dort ist das Trinkgeld nicht nur Zeichen für guten Service, sondern sogar der Lebensunterhalt des Personals. Also in den USA unbedingt 15 bis 20 Prozent fix einrechnen.

Aufpassen mit dem gutgemeinten Trinkgeld sollte man in Asien. So ist es in Japan, Singapur sowie in China (ausgenommen Hongkong) nicht üblich, Trinkgeld zu geben. Es könnte im Gegenteil sogar als Beleidigung aufgefasst werden.

Nun, nicht immer bezahlt man erst am Ende, bevor man geht. Häufig wird Runde für Runde bezahlt. Dann ist das Trinkgeld auch eine Art Vorschusslorbeere für den weiteren Service. Im Hofbräuhaus in München zum Beispiel ist das Trinkgeld gemäss Karte inbegriffen. Gibt man jedoch nichts, erntet man eher böse Blicke. Gibt man ein entsprechend gutes Trinkgeld, so kann man sich sicher sein, nie durstig mit einem leeren Mass am Tisch zu sitzen. Oder auch in den Casinos von Las Vegas. Spielt man an einem Automaten mit seinen Cents, so sind die Getränke umsonst. Möchte man aber regelmässig etwas bestellen, so sollte man ein oder zwei Dollar Trinkgeld geben. Sonst könnte man in der Folge prompt ignoriert werden.

Vor der Reise abklären

All die obigen Angaben haben jedoch keinen Anspruch auf totale Korrektheit. Bei meinen Nachforschungen im Internet habe ich teils unterschiedliche Angaben gefunden und war danach so unschlau wie vorher. Aber nichts desto trotz entsprechen meine Äusserungen der Mehrheit meiner Informationen.

Eine gute Übersicht hat das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zusammengestellt. Das PDF „Die Länder und ihre Trinkgeld-Gepflogenheiten“ kann hier heruntergeladen werden. Die Angaben stammen zwar aus dem Jahre 2012. Ich denke jedoch, die Zahlen geniessen auch heute noch mehrheitlich ihre Gültigkeit.

Egal wohin die nächste Reise führt. Es lohnt sich bestimmt, kurz abzuklären wie die Gepflogenheiten im entsprechenden Reiseland bezüglich Trinkgeld sind. Und zwar vor der Abreise. So muss man sich nicht bei Bezahlung der ersten Rechnung den Kopf darüber zerbrechen, was nun angemessen ist. Und verhindert so unter Umständen ein unangenehmes Fettnäpfchen.

2 Antworten

  1. Martin sagt:

    Ich finde es auch sehr wichtig sich vorab einer Reise über das Thema Trinkgeld zu informieren, denn man möchte schließlich vor Ort auch alles richtig machen.

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