Fällander Störche schlüpfen im Kreis(el)saalnest

Es sind die kleinsten unter uns, die im Kreissaal eines Spitals zur Welt kommen. Wenn das eigene Baby das Licht der Welt erblickt, ist die Freude über ihr Geschrei so gross, wie es später nie mehr sein wird. Nicht selten hängt wenig später der typische hölzerne Storch für die Begrüssung des Nachwuches vor der heimischen Wohnung. Schliesslich kam ja der Storch.

Es sind die kleinsten einer Vogelart, die zu den grössten Europas gehören. Wenn die Jungstörche aus ihren Eiern schlüpfen, so werden sie von ihren weiss-schwarzen Eltern mit den markant roten Schnabeln herzlichst begrüsst.

So auch in diesem Jahr wieder zahlreich in der Region um den Greifensee sowie zentral inmitten von Fällanden, wo sich wie im Vorjahr ein Storchenpaar auf der Strassenlampe eines Kreisverkehrs eingenistet hat. Staunt selbst über den Nachwuchs der Fällander Weissstörche.

Eindrückliche Segelflieger

Die Weissstörche gehören zu den grössten Vögeln Europas. Voll aufgerichtet sind sie bis 150 cm gross, in normaler Haltung zwischen 80 und 110 cm. Mit ihren Flügeln erreichen sie eine Spannweite von bis zu 220 cm, womit sie äusserst gut segeln können. Ohne einen einzigen Flügelschlag können sie gewaltige Entfernungen zurücklegen. Ihr Markenzeichen, der lange rote Schnabel, misst zwischen 14 und 19 cm. Elegant sehen sie aus, wenn sie auf ihren dünnen Beinen in der Wiese stehen, auch mal nur auf einem Bein.

Storchennest Kreisel Fällanden Zürich
Der Nachwuchs übt schon mal mit seinen Flügeln. (Foto: Juni 2019)

Die Störche lieben Wiesen und Feuchtgebiete, wie es sie rund um den Greifensee zwischen Dübendorf und Mönchaltdorf zuhauf gibt. So ist es nicht verwunderlich, dass es in dieser schönen und naturnahen Gegend zahlreiche Storchennester gibt, wo die Brutpaare Junge heranziehen. Sehr oft beobachte ich auf meinen Laufrunden dem See entlang Störche auf den Wiesen oder in ihren Nestern. Der Rekord liegt bei über 50 Störchen auf einer einzigen Laufrunde, verteilt auf zwei Wiesen. Einfach eindrücklich.

Nicht alle fliegen in den Süden

Auch wenn die Begegnungen mit den Weissstörchen im Winter seltener werden, so gibt es sie auch in den kalten Monaten regelmässig. Immer mehr Störche bleiben nämlich in der Schweiz und verzichten auf den weiten Flug nach Südspanien oder Afrika. Gegen die Kälte sind sie durch ihr Gefieder bestens geschützt und auch Nahrung finden sie auf den Feldern genügend, sofern diese nicht zu lange von einer dichten Schneedecke überzogen sind.

Storchennest Kreisel Fällanden Zürich
Zwei Junge habe ich gesehen, eines davon war einigermassen fotogen. (Foto: Juni 2019)

Dass wir diese eindrücklichen Flugtiere heute so oft beobachten können, ist nicht selbstverständlich und geht zu grossem Teil auf ein Wiederansiedlungsprojekt zurück, welches ab 1950 vom Storchenstützpunkt in Altreu SO aus gestartet wurde. Damals war der Bestand der Weissstörche in der Schweiz auf 0 (!) gesunken. In den darauf folgenden Jahrzehnten kam der Storch zurück und im Vorjahr (2018) wurden über 500 Storchenpaare gezählt. Verbreitet sind sie im Mittelland, grob gesagt zwischen dem Greifensee bei Zürich und dem Murtensee bei Bern zu Hause.

Greifensee bietet vielen Störchen ein Nest

Der Greifensee ist denn auch die Region, wo ich daheim bin und mich regelmässig auf Laufrunden begebe oder sonstwie unterwegs bin. Meist erblicke ich auf den Wiesen um den See die grossen Vögel, mal einzelne, mal wenige, ab und zu ganz viele gemeinsam. Am oberen Seeende in der Region der Silberweide gibt es zahlreiche Storchennester, das speziellste jedoch steht am unteren Seeende in Fällanden.

Nicht am See, nicht auf einer Wiese, sondern exakt in der Mitte des Verkehrskreisels auf der Schwerzenbachstrasse in der Industrie von Fällanden. Im Frühjahr 2018 hat sich ein Storchenpaar auf dem mittig stehenden Beleuchtungskandelaber ein Nest eingerichtet und auch dieses Jahr schlüpften in diesem Nest wieder erfolgreich Jungstörche. Mensch, sind die niedlich. Ich weiss zwar nicht ganz genau, wieviele. Zwei kleine Köpfe konnte ich jedoch ganz sicher erblicken.

Storchennest Kreisel Fällanden Zürich
Das Storchennest inmitten des Kreisverkehrs in Fällanden. (Foto: Juni 2019)

Störche sind toll anzusehen, wenn sie auf dem Feld stehen. Es ist eindrücklich, wenn sie über einen hinweg segeln. Aber es ist schlicht genial, wenn ein Storch das Nest anfliegt und zur Landung ansetzt. Erst recht, wenn dieses sprichwörtlich inmitten auf der Strasse steht. Dort, wo die Storcheneltern in ihrem ganz eigenen Kreiselnest ihre Jungen aufziehen.

Viele weitere, nützliche und interessante Informationen rund um die Störche in der Schweiz, findet ihr auf folgenden Seiten, woher auch ich teilweise die Informationen hergeholt habe.

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