Von den Ungerechtigkeiten des Lebens – früher wie heute

Eine Hexe versetzt die Stadt Luzern in Angst und Schrecken. Über die Weihnachtstage werden in der Stadt Luzern an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ein Mädchen aus ihrem Zimmer entführt und öffentlichkeitswirksam an geschichtsträchtigen Orten niedergelegt. Die Fundorte sind geprägt mit Symbolen, welche auf das Mittelalter und die Zeit der Hexen hindeuten. Schnell weiss man, wer dafür verantwortlich ist – die Sträggele von Luzern.

Doch wer steckt tatsächlich hinter diesen Taten und mit welchem Motiv? Ein spannender Krimi, welcher deutlich aufzeigt, dass die letzte Hexe noch lange nicht verbrannt ist – auch wenn es heute keine Scheiterhaufen mehr für sie gibt.

Hexen

Im Jahre 1782 wurde in Glarus die letzte Hexe der Schweiz legal hingerichtet. Es war europaweit eine der letzten Hexenhinrichtungen und führte zu grosser Empörung. Die Geschichte von Anna Göldin ist dank Eveline Hasler bis heute bekannt. Ihr Roman Anna Gödlin – Letzte Hexe kann ich wärmstens empfehlen. Doch ist es heute viel anders? Klar, es gibt keine Hexen mehr und es werden auch keine Frauen mehr auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Aber doch werden Menschen, die anders sind als die meisten, sogenannten Normalbürger, auch heute noch vielfach von der Gesellschaft ausgeschlossen. Eine Bestrafung für das Anderssein, ohne selbst was zu tun. Ist dies nicht genauso eine psychische Hinrichtung?

“Sie hat sich schon viele Mädchen geholt. Und sie wird sich weitere holen.”

“Wer? Die Hexe?”

“Die Sträggele von Luzern.”

Luzern Reuss Wehr Spreuerbrücke Museggmauer
Tatort beim Luzerner Totentanz: die Spreuerbrücke in der Mitte und der Männliturm rechts oben. (Foto: August 2011)

Diesem Thema nimmt sicht Monika Mansour in ihrem Kriminalroman Luzerner Totentanz an. Die Geschichte endet, soviel vorweg, auf dem Scheiterhaufen. Doch wird er brennen? Dies möchte ich nicht verraten. Fieberhaft sucht die Polizei nach der Hexe, der sogenannten Sträggele von Luzern, welche an den Weihnachtstagen die Stadt verunsichert. Sie entführt in drei aufeinanderfolgenden Nächten jeweils ein Kind und bahrt diese an geschichtsträchtigen Orten der Stadt auf. Inszeniert für möglichst viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Mobbing

Den Kindern selbst tut sie nichts an, mal abgesehen vom seelischen Schock. Die Polizei tappt im Dunkeln. Welchen Zusammenhang besteht zwischen den Familien? Auf was zielt die Sträggele ab mit ihren Aktionen? Sie will offensichtlich auf etwas aufmerksam machen. Die Hinweise verdichten sich, dass die Mütter der Kinder Ziel ihrer Taten sind. Doch sind es wirklich bei allen drei Familien die Mütter?

Leiden. Es würde ein Ende haben. Ein gerechtes Ende.

Sie blickte hoch zu den alten bemalten Holztafeln unter dem Dach der Spreuerbrücke. Der Totentanz. Er hatten begonnen.

Mit grossem Aufwand kann die Polizei schliesslich die wahre Identität der Sträggele lüften. Die Gründe für ihre Taten liegen weit zurück in ihrer unglücklichen Kindheit. Ihre Mutter leidete unter körperlichen Beschwerden, hatte einen Buckel und die Hakennase lag in der Familie. So wurde auch die Sträggele als Kind dauern als Tochter einer Hexe gehänselt, gemobbt und ausgestossen. Mehrere Wechsel der Schule folgten und genau dies machte es den Ermittlern so schwer, die Zusammenhänge zwischen den heutigen Opfer-Familien und der Sträggele zu erkennen. Nur leider sind die Opfer von heute die Täter von früher.

Autorin

Ein absolut toller, unterhaltsamer, gut geschriebener und spannender Krimi aus meiner Heimatstadt Luzern. Zudem ist es der bereits vierte Fall für den Luzerner Polizisten Cem Cengiz. Und das Beste folgt sogleich: Band fünf der Krimi-Reihe mit Cem Cengiz steht bereits in den Startlöchern und erscheint im April dieses Jahres. Wir dürfen gespannt sein, denn in Die Tote vom Titlis geht es dem Titel nach hoch hinaus in die Berge der Zentralschweiz.

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2014201520162017April 2019

Die Romane von Monika Mansour spielen sich in und um Luzern ab, der zweiten Heimat der Autorin. Sie hat es genau umgekehrt gemacht wie ich und zog vom Kanton Zürich in den Kanton Luzern. Sie wurde 1973 geboren und wuchs im Zürcher Unterland auf. Nach ihrer Lehre als Augenoptikerin verbrachte sie mehrere Monate in Australien, Neuseeland und den USA. Heute arbeitet sie als kaufmännische Angestellte, ist nebenberufliche Tattoo-Künstlerin und schreibt zum Gefallen von uns Lesern gute Bücher. Heute lebt Monika Mansour in der Nähe von Sursee im Kanton Luzern.

Monica Mansour
Monika Mansour
(Quelle: www.monika-mansour.com)

Lesen

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