Kommissar Jennerwein geht hoch hinaus

Auf gehts! Auf eine luftige Ballon-Fahrt über das Karwendelgebirge. Gestartet wird im Kurort. Dem idyllischen Kurort mit dem Bindestrich. Welcher nie namentlich genannt wird. Und dann. Plötzlich verschwindet der Ballon spurlos. Abgestürzt? Gab es eine Explosion? Aber wieso? War es gar ein Anschlag? Aber auf wen? Viele Fragen, die es zu klären gilt für Kommissar Jennerwein und sein Team der örtlichen Polizeistation.

„Gut, also einverstanden“, sagte Jennerwein. „Wann machen wir das?“

„Wann wir das machen? Ja, wer ist denn jetzt hier der leitende Ermittler? – Sofort natürlich.“

Dabei hat Kriminalhauptkommissar Hubertus Jennerwein gerade ganz andere Sachen im Kopf. Rein privat. Und sein Privatleben teilt er nicht gerade gerne mit seinen Mitarbeitern. Wie es so läuft, vermischt sich das Private von alleine mit dem Beruflichen.

Der Heissluftballon und sein Verschwinden

Jennerwein kämpft in seinem achten Fall an zwei Fronten. Da wäre der offizielle Fall. Die Suche nach dem verschwundenen Heissluftballon. Mit an Board der Ballonfahrer Marco Zunterer. Der Bierkrüglträger Karl Dünser, welcher seinen Stammtischkollegen Mut beweisen will. Dabei helfen ihm zwei Tragl Bier. Weiter die Migränemargret. Das Ehepaar Hoch und Tief. Auch Trockenschlaf genannt. Und der namenlose Wichtigmann mit seinem sonnenbrillentragenden Bodyguard. Einen Grosskopferten, wie es so schön heisst im Buch. Und zu guter letzt noch Ödön. Der Artist. Auf den Nachnamen verzichte ich bewusst, da dieser eh niemand aussprechen kann.

„Oh, mein Gott! Wir werden zerschellen!“

Mit rasender Geschwindigkeit drifteten sie weiter auf die Bergwand zu. Die scharfe Felsnadel war jetzt nur noch fünfzig Meter entfernt.

Was hat der mysteriöse Unbekannte mit dem Verschwinden des Ballons zu tun? Gibt es überhaupt Überlebende? Aber wo ist der Ballon abgeblieben? Die Bergwacht sucht und die Polizisten suchen im Umfeld der Mitfahrenden nach Hinweisen auf ein mögliches Vorkommnis. Aber wer ist überhaupt mit dabei im Ballon. Das ist den Ermittlern zu Beginn nämlich nicht so klar wie dem Leser an dieser Stelle. Die Hinweise häufen sich jedoch, dass es sich nicht nur um einen normalen Ballon-Unfall handelt.

Der Dieb und der Bankraub

All diesen Nachforschungen widmet sich Jennerwein nur halbherzig. Ihm liegt etwas ganz anderes auf dem Herzen. Seit Jahren besucht er im Gefängnis den „Berufs-Dieb“ Dirschbiegel. Der ältere Herr wird mal wieder entlassen und entscheidet sich, definitiv aufzuhören, das Gesetz zu brechen. Jennerwein ist misstrauisch. Kann Dirschbiegel keinen Glauben schenken. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser etwas Grosses vor hat. Etwas ganz und gar illegales. Aber was? Jennerwein fängt an, Nachforschungen zu betreiben. Wieso aber liegt ihm Dirschbiegel überhaupt so am Herzen?

„Und von was willst du jetzt leben, Dirschbiegel?“, fragte Jennerwein, als sie den ersten Schluck aus den Pappbechern getrunken hatten.

„Ich habe Ersparnisse“.

Was haben die Ballonfahrt und Dirschbiegel miteinander zu tun? Und was hat das Ganze mit einem Bankraub auf die Deutsche Bank im Jahre 1971 zu tun? An der Prinzregentenstrasse in München ging ein brutaler Banküberfall total schief. Zwei Menschen sterben und zwei Millionen Deutsche Mark sind seither spurlos verschwunden.

Er blickte auf die Uhr. Er würde rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt gelangen. Alles lief nach Plan.

Nun, ich empfehle wärmstens das Buch zu lesen. Nur so können die Zusammenhänge herausgefunden werden. Es ist ein sehr toller und unterhaltsamer Kriminalroman. Die Spannung bleibt bis zum Schluss und man fiebert mit Jennerwein und seinem ganzen Team mit. Es ist die richtige Lektüre für die Sommerferien. Ob daheim liegend auf dem Rasen, am Strand im Liegestuhl oder in den Bergen mit Sicht auf einen Heissluftballon.

Der Kriminalhauptkommissar und sein Team

Dies ist bereits der achte und momentan letzte Fall für den etwas eigenen Kriminalhauptkommissar Hubertus Jennerwein. Aber welcher gute Roman-Kommissar ist nicht irgendwie speziell? Jennerwein hat mit seinem Team stets knifflige Fälle zu lösen. Ist ja klar. Sonst müsste man nicht gleich ein Buch darüber schreiben. Alle handeln sie in eben diesem Kurort mit dem Bindestrich in den Bayrischen Alpen nahe zu Österreich.

Und dann stand da auch noch eine Frage im Raum. Niemand brauchte sie laut auszusprechen. Es war die Frage, wer für diese Katastrophe verantwortlich war.

Jennerwein selber hat seinen Arbeitsort aber nicht im Kurort. Wo, weiss ich auch nicht. Entweder steht es tatsächlich in keinem der Bücher oder aber ich habe es geflissentlich überlesen oder ganz einfach wieder vergessen. Im Kurort nächtigt er öfters mal in der Pension Alpenrose. Heimisch im Revier des Kurortes sind die beiden Polizisten Johann „Joey“ Ostler und Franz „Hölli“ Hölleisen. Hauptkommissar Ludwig Stengele ist als Bergler das Bindeglied zur Bergwacht oder wenn es sonst felsige Ermittlungen zu tätigen gilt. Weiter helfen die Polizeipsychologin Dr. Maria Schmalfuss sowie die junge Austauschkommissarin Nicole Schwattke mit, die Fälle zu lösen. Für die Spurensicherung an den Tatorten ist Hansjochen Becker zuständig.

„Ich muss Sie das jetzt fragen, Frau Plaul. Könnte es ein Mensch gewesen sein, der da heruntergestürzt ist?“

„Uh! Das ist ja gruselig! Aber wenn Sie so fragen: Ja, es könnte sein.“

Seit dem letzten Fall ist auch noch Oskar dabei. Hölleisen ist nun das Herrchen vom Hund des ermordeten Gumpendobler. Ob er jemals Polizeihundqualitäten erreicht? Wir werden sehen. Oder lesen. Oder auch hören. Vielleicht ja schon im nächsten Fall. Wenn Hubertus Jennerwein zum neunten Mal in einer Mordsache im idyllischen Kurort mit dem Bindestrich ermitteln wird.

In jeder Geschichte eine Rolle spielt das ehemalige Bestatter-Ehepaar Grasegger. Ursel und Ignaz. Mit ihren Verbindungen zur italienischen Mafia. Zu Padrone Spalanzani und seiner Familie. Und der ganz eigenen Vergangenheit ausserhalb des vom Gesetz Erlaubten. Nicht zu vergessen der Problemlöser und Verwandlungskünstler Karl Swoboda. Auch in diesem Buch haben sie mal wieder ihre Finger im Spiel.

„Wir werden uns diesen Dirschbiegel mal anschauen“, sagte der bucklige Hausl plötzlich auf Deutsch. Eigentlich auf Österreichisch. „Eine Warnung zustecken, das wird ja nicht so schwierig sein. Und dann haben wir was gut beim Jennerwein.“

„Die Polizei, dein Freund und Helfer“, sagte Ignaz verschmitzt. „Wer weiss, für was mans brauchen kann.“

Der Autor und seine Bücher

Jörg Maurer wurde in Garmisch-Partenkirchen geboren. Nach der Schulzeit zog es ihn nach München, wo er Germanistik studierte. Er war danach einige Jahre als Lehrer für Deutsch und Englisch tätig. Gemäss seiner Homepage tat er dies sogar gerne. Weiter war Jörg Maurer an verschiedenen Münchner Theatern als Regisseur, Kabarettist und Musiker tätig. Er entwickelte mit der Zeit seine eigene Form des kultur-satirischen Musikkabaretts. Neben dem Lesen experimentiert er ganz gerne mal in der Küche beim Kochen von ausgefallenen Rezepten.

Jörg Maurer Autor Jennerwein

Der Autor aus dem Kurort: Jörg Maurer. (Quelle: Homepage Jörg Maurer)

Föhnlage, sein erster Kriminalroman mit Hubertus Jennerwein, erschien im März 2009. Seither hat der Kriminalhauptkommissar jedes Jahr einen neuen Fall zu lösen. Und der Autor ein neues Buch zu schreiben. Und die Leser eine neue Geschichte zu lesen. Aber die tun dies gerne. Nachfolgende Jennerwein-Krimis sind bisher erschienen:

Ende Juli 2016 erscheint übrigens ein neues Buch von Jörg Maurer. Das ist bekanntlich schon sehr bald. Diesmal ohne Jennerwein. Und ohne sein Team. Es ist ein Buch über den Freistaat Bayern. Lassen wir uns überraschen, was uns Jörg Maurer alles zu seiner Heimat erzählen wird. Bayern für die Hosentasche – Was Reiseführer verschweigen erscheint am 28. Juli 2016.Schwindelfrei ist nur der Tod Jörg Maurer

Wer in diesem Beitrag einen Bindestrich gefunden hat, soll sich bitte im Polizeipräsidium des idyllischen Kurortes bei Polizeihauptmeister Johann Ostler oder Polizeiobermeister Franz Hölleisen melden. Vielen Dank!

Jörg Maurer: Schwindelfrei ist nur der Tod. Fischer Scherz, 2016.
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Sämtliche Zitate stammen aus dem Buch.

Padrone Spalanzani grunzte. Er gab Karl Swoboda den Auftrag, in den Kurort zu fahren und dieses neue Geschäftsgebiet weiter auszubauen.

 

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