In Bewegung: Korbball – meine liebste Hallensportart

In der kalten Jahreszeit ist Hochsaison für die typischen Hallensportarten. Es ist die Zeit, wo sogar die Fussballer in die Turnhalle ausweichen. Ich selbst nehme den Ball lieber in die Hand. Mit meinen Füssen kann ich zwar laufen, aber keinen Ball jonglieren. Unter anderem deshalb spielte ich beinahe 20 Jahre aktiv Korbball.

Es ist ein schneller Mannschaftssport, welcher im Abschluss die nötige Ruhe braucht. Korbball ist dem bekannteren Basketball sehr ähnlich, unterscheidet sich jedoch sowohl in Spielweise und den Regeln erheblich. Auch kann das in der Schweiz gespielte Korbball nicht mit jenem aus Deutschland verglichen 1722werden. Aber schauen wir uns diese spannende Sportart der Reihe nach an.

In der Schweiz wurde man zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf das Korbball aufmerksam. In Deutschland wurde eine frühe Art der Sportart bereits 1860 gespielt, geriet danach jedoch wieder in Vergessenheit. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann Korbball in Deutschland wieder an Popularität. In der Folge übertrug sich die Begeisterung dieser Adaption aus dem Basketball auch auf die Schweiz.

Spätestens seit den 1920er Jahren unterscheiden sich die Korbballvarianten in den beiden Ländern stark. Während in Deutschland viele Regeln aus dem Handball übernommen wurden, blieb man in der Schweiz der ursprünglichen Spielart treu. So ähnelt die heutige Form in Deutschland eher dem Handball, während die Schweizer Spielform dem Basketball nahe ist. Dies zeigt sich nicht zuletzt am kleineren Ball, welcher in Deutschland verwendet wird.

Regionale und nationale Korbball-Ligen

In der Schweiz gibt es zwei nationale Ligen (Nationalliga A/B), welche die Meisterschaft im Sommer auf dem Rasen austragen. Dieser Spielbetrieb wurde im Jahre 1971 aufgenommen mit dem Start der Qualifikation für die Nationalliga der Männer. Im Jahr darauf folgte ein nationales Turnier für die Frauen. Im Winter findet auf nationaler Ebene der Korbball-Cup statt.

Regional finden verschiedene regionale Wintermeisterschaften statt. Dies war für uns jeweils die Hauptsaison mit dem Start an der Innerschweizer Korbballmeisterschaft, welche vom Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden organisiert wird. Die Zentralschweiz gehört nebst dem Kanton Bern und der Nordostschweiz zu den Hochburgen des Schweizer Korbballs.

Die Wintermeisterschaft, welche an verschiedenen Tagen in Luzern gespielt wird, zählt vier Ligen bei den Herren sowie drei bei den Damen. Zusätzlich gibt es noch verschiedene Juniorenligen (U20, U16, U14).

Regeln und Spielweise

Korbball ist bei weitem nicht so bekannt wie Basketball. Nur schon wegen Michael Jordan, den doch einfach ein jeder kennt. Aber kennt irgendjemand von euch einen berühmten Korbballspieler? Ausser mir, natürlich. Ja, es ist und bleibt eine Randsportart. Und so benutzte ich öfters die kürzeste aller Erklärungen auf die Frage, was denn Korbball sei:

Es ist wie Basketball, nur ganz anders.

Und so ist es ja auch. Beides sind Ballsportarten, bei welchen man möglichst oft den Ball in den gegnerischen Korb treffen soll. Das wärs dann auch schon an Gemeinsamkeiten. Es gibt zahlreiche Unterschiede bei den Regeln wie auch dem verwendeten Ball. All dies hat schliesslich deutliche Auswirkungen auf die Spielweise.

Korbball - Das Wichtigste in Kürze

Korbball wird abhängig von Turnier oder Meisterschaft (Jahreszeit, Liga) auf dem Rasen oder in der Halle gespielt. Auf dem Rasen sowie in den höheren Ligen stehen sechs Feldspieler im Einsatz, ansonsten deren fünf. Bis zu einer bestimmten Anzahl an Auswechselspieler kann beliebig oft gewechselt werden, was die Spielkadenz hoch hält. Der Umfang des Balles beträgt 68 bis 72 cm und das Gewicht liegt zwischen 500 und 550 Gramm. Der Korb befindet sich in einer Höhe von drei Metern und hat einen Durchmesser von 45 cm. Es befindet sich kein Brett hinter dem Korb. Wird aufgrund der Infrastruktur auf einen Basketballkorb gespielt, wird nur der direkte Wurf in den Korb (ohne Brettberührung) gezählt. Die Spieldauer ist je nach Meisterschaft oder Turnier unterschiedlich. An der Innerschweizer Korbballmeisterschaft dauert ein Spiel zweimal 12 Minuten mit einer Pause mit Seitenwechsel von 2 Minuten.

Der Ball beim Korbball ähnelt am ehesten einem Fussball und ist entsprechend etwas kleiner und leichter als ein Basketball. Auch die Regeln unterscheiden sich in vielen Punkten. Beim Korbball ist das direkte Passspiel von grosser Bedeutung, dagegen gibt es weniger Sololäufe und Dribblings. Die gegnerische Mannschaft wird mit schnellem Spiel und schlauem Laufen ausgespielt und mit einem – hoffentlich erfolgreichen – Korbwurf abgeschlossen.

Nachfolgend findet ihr eine Gegenüberstellung der wichtigsten Regelunterschiede, welche ich von mobilesport.ch übernommen habe.

BasketballKorbball
Ball darf via Brett in den Korb; wird kein Treffer erzielt, geht das Spiel weiter.Ball muss direkt in den Korb; geht er an ein Brett (Halle), so gilt dies als Out.
Ein Treffer zählt 2–3 Punkte (je nach Distanz).Ein Treffer zählt immer nur 1 Punkt.
Ball darf aus den Händen gespielt werden.Ball darf nicht aus den Händen gespielt werden.
Ball kann mit beiden Händen gefangen, und nach dem Laufen (Prellen) wieder mit beiden Händen gespielt werden.Der Ball darf nur einmal mit beiden Händen gefasst werden. (Wird der Ball mit beiden Händen gefangen, muss er nach dem Dribbling mit 1 Hand weitergeführt werden.).
Beim Dribbeln darf die Hand nur die obere Hälfte des Balles berühren.Der Hand darf beim Dribbeln auch die untere Ballhälfte berühren (Ball darf über den Gegner geführt werden).
Ball darf an den Körper genommen werden.Ball darf nur die Unterarme berühren.
Das Trapez erlaubt den Spielern, sich nur 3 Sekunden darin aufzuhalten.Der Korbraum (3 × 3m) ist für den Freiwurf und für das Anspiel von Bedeutung. Es existiert keine 3-Sekunden-Regel.
Sofern ein Fuss stehen bleibt und der andere macht Schritte (Sternschritt), gilt dies nicht als Fussfehler.Nach 2 Schritten muss der Ball geprellt oder gespielt und nach maximal 3 Sekunden abgespielt werden.
Geht der Ball über die Seitenlinie, läuft das Spiel weiter, wenn der Spieler noch im Feld steht.Geht der Ball über die Seitenlinien, so wird das Spiel unterbrochen (Einwurf oder Eckball).
Bei einem Foul wird der Ball von der Aussenlinie ins Feld gebracht.Bei einem Foul erfolgt der Freistoss am Ort des Geschehens.
Das Spiel beginnt mit einem Sprungball in der Mitte des Spielfeldes.Das Spiel beginnt bei der erstgenanntem Mannschaft mit Pass von der Mittellinie.

Eine sehr gute und empfehlenswerte Übersicht über das Korbball findet ihr auf mobilesport.ch oder hier direkt als PDF. Weitere Informationen, Dokumente und Reglemente gibt es auf der Homepage vom Schweizerischen Turnverband (STV). So auch das folgende Videoportrait.

https://youtu.be/nBGI_Aaqgz8

Meine Korbball-Meisterschaften

Ich selbst spielte knapp 20 Jahre lang aktiv Korbball. In der Korbballriege meines Turnvereines ESV Eschenbach. Von Kindesbeinen an turnte ich in der Jugendriege mit, später in der Aktivriege und heute bin ich noch Passiv-Mitglied, da ich schlichtweg etwas (zu) weit von Eschenbach entfernt wohne. Mit 15 Jahren nahmen mich meine beiden Brüder mit ins Korbball-Training und schon war der Grundstein für meine beispiellose Korbball-Karriere gelegt.

Na gut, Karriere ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Aber doch war ich von nun an mit dabei. Ein Teil des Teams. Und das viele Jahre lang. Auch heute noch – wenige Jahre nach unserer letzten Meisterschaft – absolvieren wir Spieler der letzten Stunde noch regelmässig unsere eigenen Wintermeisterschaften. Auch wenn wir heute locker und spassig zum Bowlen gehen. Aber eines ist noch gleich. Anschliessend geht es gemeinsam in den Ausgang.

Ob im Winter in der Halle oder im Sommer auf dem Rasen:
die Sportart ist geprägt von Dynamik, Schnelligkeit, Ausdauer und Teamgeist.
(mobilesport.ch)

In den erfolgreichsten Zeiten verfügten wir in Eschenbach über vier Mannschaften. Zweimal Aktiv und zweimal Junioren. Am Ende der Eschenbacher Korbball-Ära waren wir noch sechs Spieler der damaligen Junioren. Wie die Zeit vergeht… Im Video seht ihr einen erfolgreich abgeschlossenen Angriff unseres Teams gegen Ende unserer aktiven Spielerzeit.

Die grössten Erfolge feierten wir in den Jahren, als unsere erste Mannschaft in der 2. Liga der Innerschweizer Korbballmeisterschaft spielte und in einer Saison gar die Aufstiegsspiele zur 1. Liga erreichte. Ansonsten spielten wir meistens in der 3. Liga mit zwischenzeitlichen Abstechern in der 4. Liga. Es war eine tolle Zeit und ganz besonders der Teamgeist wurde immer ganz gross geschrieben. Und dieser gute Zusammenhalt besteht bis heute.

Der Trend in unserem Dorf liegt heute beim Unihockey, wo der ESV Eschenbach zurzeit sehr erfolgreich unterwegs ist. Sieben Mannschaften spielen in einer Meisterschaft und die erste Mannschaft der Herren gar in der 1. Liga (Grossfeld).

Lehrstunde bei den NY Knicks im Madison Square Garden

Einer der genialsten Sportanlässe überhaupt durfte ich im Januar 2011 in New York erleben. Ich war zu Besuch bei meiner heutigen Frau und sie schenkte mir den Besuch eines NBA-Spiels der New York Knicks. Basketball auf höchstem Niveau vor 20’000 begeisterten Zuschauern. Ausverkauft. Ausgerüstet mit Popcorn und Bier begaben wir uns auf die Tribüne und kamen einen Abend lang nicht mehr aus dem Staunen raus.

In Bewegung Korbball Basketball

Mit 20’000 Zuschauern im Madison Square Garden (Januar 2011). Übrigens: das ist die kleinste Popcorn-Grösse!

Die Knicks empfingen die San Antonio Spurs (Texas), welche in der Tabelle einige Plätze besser rangiert waren. Das Spiel entwickelte sich äusserst ausgeglichen, stets mit leichtem Vorteil für die New Yorker. Das hielt die Stimmung und die Spannung gleichermassen konstant hoch. Am Ende siegten die New York Knicks mit sage und schreibe 128 zu 115 Punkten.

In Bewegung Korbball Basketball

New York Knicks vs. San Antonio Spurs. Hier kurz vor dem Ende der Partie. Endstand: 128:115.

Nützliche Informationen und Quellen

Auf den folgenden Webseiten findet ihr weitere interessante Informationen rund um den Korbball-Sport sowie diverse Dokumente und Reglemente.

In Bewegung

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