Holzplatte fährt Bus ohne Ticket!

Und sie haben doch recht! Jetzt trete ich dem VCS bei, dem Verkehrsclub der Schweiz. Oder ok, vielleicht doch lieber nicht. Aber 14 lange Jahre musste ich warten auf diese bahnbrechende Erkenntnis.

Als nämlich 2002 in Littau bei Luzern der erste Hornbach der Schweiz seine Tore öffnete, verlangte der VCS eine ÖV-Anbindung des Baumarktes. Hallo? Wer geht schon ein Gartenhaus oder einen Rasenmäher mit dem Bus einkaufen? Ok, mit dem Rasenmäher könnte man ganz praktisch rein fahren und die Verpackung wäre man so auch schon los. Aber fuhren dort 2002 auch schon Niederflurbusse vor? Müssten eigentlich. Nur schon wegen der Rasenmäher. Oder der handlichen Schneefräse.

Aber egal. Um den Hornbach geht es mir im Grunde ja gar nicht. Denn seit geraumer Zeit kaufe ich so gut wie nie in der Region Luzern ein. Nicht weil ich die Innerschweiz boykottiere. Nein. Sondern vielmehr, weil ich ja gar nicht mehr dort wohne. Also kaufe ich jetzt in der Region Zürich ein. Hier gibt es zwar keinen Hornbach, dafür aber ganz viele andere grosse Baumärkte. Und Busse fahren hier auch. Sogar bei mir zu Hause vorbei. Die nächste Haltestelle liegt keine fünf Gehminuten entfernt.

Das mit dem Bus wird noch richtig wichtig. Also einfach weiterlesen. Aber eines noch vorneweg. Die halbe Tonne Spielsand, die ich diese Woche für unseren neuen Sandkasten geholt habe, die habe ich NICHT mit dem Bus nach Hause gefahren! Stellt euch das mal vor! Da stehst du an der Bushaltestelle und musst zuerst einmal 20 Säcke à 25 Kilogramm Sand einladen. Das wär was gewesen. Aber nein. Die habe ich schön easy mit dem Auto nach Hause chauffiert.

Papi Sohn Alltag

Sand ist erfolgreich am Zielort angekommen

Aber heute fuhr ich mit meinem Sohn in den nahen Baumarkt. Wir benötigten eine Holzplatte in der Grösse von 1,2 auf 1,9 Meter. Für was ist ja jetzt hier egal. Wir brauchten sie halt einfach. Und wir bekamen sie auch. Alles paletti also. Bis wir am Auto standen! Ich konnte die Platte drehen und wenden wie ich wollte, sie passte einfach nicht ins Auto rein. Nun, so viele Möglichkeiten zum drehen und wenden gibt es ja jetzt bei einer simplen Holzplatte auch wieder nicht. Aber ich probierte bestimmt jede Variante drei mal. Aber es nützte alles nichts.

Und wir haben nicht gerade ein kleines Auto. Also keinen VW Beetle oder Fiat 500. Sondern eine richtige Familienkutsche. Einen Kombi. Was tun in der Not? Klar. Dem VCS danken für die gute ÖV-Anbindung aller Baumärkte und sonstiger Einkaufszentren und zur Bushaltestelle marschieren. Zum Glück fährt mein kleiner Sohnemann so gerne Bus.

Papi Sohn Alltag

Die Holzplatte wartet auf den Bus

Also kam auch unsere Holzplatte per öffentlichem Verkehr einwandfrei nach Hause. Wenn ihr euch nun fragt, ob man für so was Sperriges ein Billet lösen muss oder nicht – ich hab keine Ahnung. Ich habe schlichtweg vergessen, irgendwelche Tickets zu lösen. Aber das merkte ich leider Gottes erst, als wir das Auto wieder abholten. Denn eines weiss ich bestimmt: für mich hätte ich eines lösen müssen.

Also, nun wissen wir es alle. Zumindest alle, die bis hierhin gelesen haben. Es braucht ihn wirklich auch bei einem Baumarkt – die Anbindung an den öffentlichen Verkehr! Danke VCS für soviel Weitsicht.

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