Heimatverbunden versus Fremdenfeindlich

Ich bin Schweizer und mag meine Heimat. Aber darf man das heute so offen sagen, ohne gleich als Fremdenfeindlich zu gelten? Ja, ich hoffe doch sehr. Nur habe ich manchmal meine Zweifel. Doch wir alle haben eine Heimat, egal wo, und dürfen zu dieser stehen. Trotzdem kann man offen sein für die Nachbarn und die Welt – und auch die mögen.

Ausländerfeindlichkeit ist ein konstanter Brandherd in unserer heutigen Zeit. Die Flüchtlingswellen vom afrikanischen Kontinent machen dies nicht besser. Und trotzdem dürfen wir zu unserer Heimat stehen, ohne gleich als Rassist dazustehen.

Ein paar Gedanken zu Heimat und Fremde.

Politisch bin ich alles andere als aktiv und Extreme verachte ich total. Egal, ob diese religiöser oder politischer Natur sind. Extremgerichtete Menschen sind grundsätzlich nicht gut für ein Zusammenleben verschieden denkender Menschen. Rechts gegen Links oder Islam gegen Christ – ist doch echt egal. Jeder darf seine Meinung und seinen Glauben haben und leben, ohne gleich von anderen angegriffen zu werden.

Der Zweite Weltkrieg ist schon über 70 Jahre Vergangenheit. Die Kriege auf dieser Welt haben jedoch nie aufgehört. Immer geht es um das gleiche Thema. Verschiedene Kulturen oder Glaubensrichtungen treffen aufeinander. Die einen wollen die anderen vertreiben oder gar vernichten. Ein friedliches Zusammenleben wird immer mehr unmöglich.

In der Heimat

Folglich treffen fremde Kulturen immer stärker bei uns im grundsätzlich friedlichen Europa ein. In der Schweiz, Deutschland oder Skandinavien. Nicht überall werden Ausländer jedoch gleich gut gesinnt aufgenommen. Oftmals werden Ausländer, welcher der heimischen Sprache und Kultur nicht mächtig sind, mit Kriminellen gleichgesetzt. Die Vertreibung tritt so auch bei uns immer mehr wieder an die Oberfläche.

Als Gefahr sehen viele, dass die eigene Kultur zerstört werden könnte. Das muss nicht sein. Wir Einheimischen dürfen doch unsere eigenen Gebräuche trotzdem genauso weiterleben und stolz auf unsere Heimat sein. Wenn wir unsere Kultur leben, so wird sie auch nicht aussterben. Nur leider wird man häufig als ausländerfeindlich angesehen, wenn man stolz auf sein eigenes Land ist. Schlimmstenfalls wird man als Rechtsradikaler abgestempelt, bestenfalls als SVP-Wähler.

Wandern Schweiz Grosser Mythen

Meine Heimat – Blick vom Grossen Mythen auf Vierwaldstätter- und Lauerzersee, dazwischen die Rigi. (Foto: Juli 2013)

Ich bin keines von beidem, aber dennoch stolz auf die Schweiz. Es ist auch hier nicht alles perfekt. Schon klar. Aber wo ist das schon? Ich bin offen für die Welt, auch wenn sie in die Schweiz kommt. So arbeite ich mit vielen ausländischen Kollegen zusammen. Allen voran sind bei uns in der Schweiz Arbeitskräfte aus Deutschland sehr verbreitet. In meinem aktuellen Team habe ich aber auch Kollegen aus Schweden, Rumänien oder England. Firmenweit sind wir überaus multinational. Und doch sind wir eine Schweizer Firma, mit einer sehr guten und gelebten Kultur.

In der Fremde

Wie schaut es aus, wenn wir verreisen? Plötzlich sind wir die Ausländer und bringen selbst eine fremde Kultur mit. Wie verhalten wir uns nun? Verlangen wir Akzeptanz für uns? Haben wir ein Problem damit, wenn die dort Einheimischen stolz auf ihr Land sind? Nein, natürlich nicht. Aber dennoch herrscht in vielen Ländern dieser Welt genau das gleiche Grundproblem.

Die Extreme regieren diese Welt. Wer provoziert, gewinnt. Wer Kompromisse schliesst, geht unter. Ich hoffe nicht, dass es mal wieder ganz so extrem kommt. Nur manchmal scheint es mir, sind wir auf dem besten Weg dazu. Akzeptieren wir uns doch einfach gegenseitig. Begrüssen wir die Fremden in der Heimat und sind gleichzeitig stolz auf diese.

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