In Bewegung: Die fehlende Bewegung im Büro und welche Jobs den Körper fordern

Wieviel bewegt ihr euch eigentlich auf der Arbeit? Mal ganz ehrlich? Habt ihr auch einen Stuhlerwärmer-Job wie ich und sitzt mehrheitlich am Schreibtisch? Oder gehört ihr zu den körperlich Aktiven? Die einen bekommen im Alter Probleme mit dem Rücken, weil sie jahrelang zu hart mit dem eigenen Körper arbeiten mussten.

Und die anderen? Genau! Die bekommen ebenfalls Probleme mit dem Rücken. Nämlich, weil sie jahrelang in falscher Sitzhaltung auf dem Bürostuhl gesessen sind und den Bildschirm viel zu hoch eingestellt hatten. Schauen wir uns spontan mal ein paar Extreme an.

Für einmal befassen wir uns nicht mit dem Laufen nach Feierabend. Wir bleiben im Büro und betrachten die fehlende Bewegung während der Arbeitszeit. Und, auf der anderen Seite des Pendels, schauen wir uns ein paar sehr bewegte Berufe an.

Bewegung am unbewegten Büroarbeitsplatz

Den Anfang mache ich gleich mit mir selbst. Als Software-Ingenieur arbeite ich vom frühen morgen bis zum späten Abend an meinem Schreibtisch. 8,5 Stunden ist der Bürostuhl mein sitzendes Zuhause. Für Bewegung sorgt bei mir, speziell vormittags, hautsächlich die Kaffeemaschine. Die steht zumindest nicht in unmittelbarer Nähe und sorgt für einen kleinen Spaziergang durch das Gebäude. Ebenso die Toiletten.

Aber sonst? Ja, eben, sonst sitze ich. Gibt es ein Meeting, so sitze ich. Gehe ich zum Mittagessen, so sitze ich. Aber es gibt auch im Büro verschiedene Möglichkeiten, den Körper etwas anzuregen. Genial finde ich ein Stehpult. Ich hatte mal einige Jahre das Vergnügen und habe es geliebt – und doch viel zu wenig genutzt. Die Macht der Gewohnheit und teils sicher auch die Faulheit, haben sich desöftern durchgesetzt.

Oder einfach regelmässig mal aufstehen und die Füsse kurz vertreten. Etwas Bewegung hilft auch dem Kopf und man kann danach wieder konzentrierter arbeiten. Einen tollen Artikel mit vielen nützlichen Tipps habe ich auf der Seite von Ergotopia gefunden: 18 einfache Gewohnheiten für mehr Bewegung am Arbeitsplatz. Es sind meist einfache Dinge wie einen Desktop-Reminder für Bewegung, Meetings im Stehen abhalten oder einfache Übungen am Arbeitsplatz gegen die Verspannungen machen. Und vieles mehr.

Wichtig ist jedoch nicht nur die Bewegung, sondern besonders auch, wie wir vor dem Rechner am Tisch sitzen. Ein Lehrer der Sekundarschule hat mir immer gesagt, ich solle nicht wie eine Banane auf dem Stuhl sitzen. Ja, da hatte er vollkommen recht. Heute glaube auch ich ihm. Am Arbeitsplatz im Büro ist nebst der Sitzhaltung aber auch die korrekte Einrichtung des Bildschirmes von grosser Wichtigkeit. Tendenziell stehen diese eher zu hoch. Wie man den Arbeitsplatz optimal einrichtet, findet ihr auf der Seite der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA: Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz: Arbeitsplatz einrichten. Es braucht nicht viel Zeit und man muss es nur einmal tun. Euer Körper wird es euch danken.

Den Körper als Arbeitsgerät – die bewegten Berufe

Bewegung im Job muss nun nicht zwangsläufig bedeuten, dass man fit bleibt. So sind Chaffeure von LKW, Bus und Tram aber auch Zugführer meist in Bewegung, sitzen jedoch häufig noch mehr als Büroarbeitskräfte. Weiter sind da all die Profisportler, welche sich von Natur aus beinahe ununterbrochen in Bewegung befinden. Die meisten haben wohl ihr Hobby zum Beruf gemacht. Oder haben einfach ihre Berufung gefunden.

Jetzt gibt es aber noch die Berufe, welche den Körper tatsächlich von früh bis spät fordern. Wenn sich dazu das Wetter noch von der extremen Seite zeigt, so wie zurzeit mit der anhaltenden Hitze, strengt es noch um ein vielfaches mehr an. Ich picke einfach mal ein paar Jobs heraus, ohne Anspruch auf irgendwelche Vollständigkeit.

Allen voran kommt mir der Fahrradkurier in den Sinn. Ganz ohne Doping fährt der Fahrradkurier mit seinem Fahrrad durch die Stadt und bringt die Pakete von A nach B und wieder zurück. Die einzigen Pausen gibt es in den wenigen Sekunden während der Übergabe der Post. Ebenfalls viel in Bewegung ist der Gärtner respektive Landschaftsgärtner. Habt ihr euch mal überlegt, wieviele Kilometer ein Gärtner marschiert, wenn er einen ganzen Tag lang Rasen mäht? Wohlverstanden mit einem Handrasenmäher.

Nicht vergessen dürfen wir hier all die weiteren Handwerkerberufe. Je nach Beschäftigungsort oder Baustelle, läuft ein Handwerker mal mehr und mal noch mehr. Auf Platz eins aller bewegten Beschäftigungen steht kein Beruf, den man lernen kann. Man wird es einfach und muss es ab dem ersten Tag beherrschen. Dieser Job hält einen auf verschiedenste Art und Weise in Bewegung – oder besser noch, auf Trab. Es ist dies der Job als Mami respektive Papi. Eltern sein – eine bewegte Sache.

Das gesunde Mittelmass finden

Egal, wie stark euer Körper im Beruf gefordert ist – ob mit zuviel oder zuwenig Bewegung – haltet Sorge zu euch. Ihr werdet den eigenen Körper noch einige Jahre über das Pensionsalter hinaus brauchen. Damit wir auch im hohen Alter noch auf grosse Reisen und tolle Wanderungen gehen können. Also, beachtet die Ratschläge für das korrekte Sitzen am Schreibtisch, baut Bewegung ein, wo keine ist und schont euren Körper so gut es geht, wenn ihr körperlich anstrengende Arbeiten zu erledigen habt.

Damit können wir alle einer gesunden und bewegten Berufung nachgehen. Viel Spass!

In Bewegung

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