Tote und Intrigen am Lago Maggiore

Cannobio. Bekannt für den grossen sonntäglichen Wochenmarkt. Wunderschön gelegen am Ufer des Lago Maggiore, dem schweiz-italienischen See mit der Magadino-Ebene am nördlichen Ende und zwischen den Provinzen Verbano-Cusio-Ossola und Varese im grossen italienischen Teil.

Cannobio. Die neue alte Heimat von Matteo Basso. Dem ehemaligen Mailänder Polizeipsychologen, welcher zurück in seine Heimat flüchtet und im hübschen Uferstädtchen die Fleischerei seines verstorbenen Vaters übernimmt.

Cannobio. Ein Ort mit trügerischer Idylle. Eines Morgens wird im kleinen Bootshafen die Leiche von Gisella Tonetti gefunden. Ein tragischer Unfall oder eiskalter Mord? Matteo fängt an, selbst Nachforschungen zu unternehmen. Wird er die Polizei von einem Verbrechen überzeugen können?

Matteo Basso und seine Macelleria

Der Fleischer Matteo Basso führt in Cannobio die Metzgerei seines verstorbenen Vaters weiter. Er mag das Alleinsein und freundet sich mit nur wenigen Leuten an. Grund dafür dürfte seine unrühmliche und schnelle Abreise aus Mailand sein, wo er viele Jahre als Polizeipsychologe tätig war. Doch er nimmt die drohenden Anzeichen eines Patienten nicht wahr und merkt erst viel zu spät, dass selbst seine damalige Frau Teresa in grosser Gefahr ist. Teresa kommt mit dem Schrecken davon, doch die Ehe ist am Ende. Und somit die Mailänder Zeit von Matteo Basso.

Wer Seelen sezieren kann, der wird es doch mit ein paar Kälberhälften aufnehmen können, der Satz war ihm eingefallen, als er die drei Kartons, die er aus seinem Mailänder Leben mit an den Lago Maggiore genommen hatte, in seinem dreissig Jahre alten Lancia Gamma Coupé verstaut hatte.

Er kehrt zurück in seine alte Heimat am Lago Maggiore und baut sich ein kleines, aber feines Leben auf. Immer mal wieder ist er bei Dino in dessen Osteria mit dem mehr schlechten, als rechten Essen, wo er sich gerne mal mit den drei Alten Brüdern Luigi, Beppo und Flavio zankt. Er findet in Gisella Tonetti aber auch eine neue beste Freundin. Denkt er zumindest.

Gisella Tonetti und der Traum von der Freiheit

Der Friede am Lago Maggiore wird jäh gestört, als eben diese Freundin tot im See gefunden wird. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Doch Matteo Basso ist überzeugt, dass mehr dahintersteckt. In der Nacht ihres Todes bekam er noch eine dringliche Nachricht von Gisella, er solle zum Haus von Franco Maldini kommen. Matteo sieht diese Nachricht zu spät und sieht sich nun in der Pflicht, für Gerechtigkeit zu sorgen.

Bruno Varese Die Tote am Lago Maggiore
Band 1: Die Tote am Lago Maggiore
(Quelle: KiWi Verlag)

Er beginnt selbst, Nachforschungen anzustellen, was der Polizei so gar nicht gefällt. Nur die junge Kommissarin Nina Zanetti hat teilweise Verständnis dafür. Schnell verdächtigt Matteo den arrogant auftretenden Franco Maldini und dringt gar in sein Haus ein. Doch dann verunfallt dieser bei einem Oldtimer-Rennen in den Bergen oberhalb des Lago und verschwindet spurlos. Ein tödlicher Unfall? Doch wo ist die Leiche?

„Pronto?“
„Hör zu, mein Freund. Ich mag das gar nicht, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen.“
„Wer ist da?“ Matteo war klar, dass das eine einigermassen unnütze Frage war.

Im Laufe der Ermittlungen findet Matteo so einiges über die Träume von Gisella Tonetti heraus, wovon er keine Ahnung hatte. Auch Maldini spielt eine zentrale Rolle, wenn auch anders, als zu Beginn angenommen. Die Hintergründe reichen bis zurück zur Roten Brigade, einer kommunistischen Untergrundorganisation in Italien, welche zwischen 1970 und 1988 für zahlreiche Mordanschläge, Entführungen und Banküberfälle verantwortlich war.

Nina Zanetti und ihr schneller Roller

Unterstützung seitens der Polizei erhält Matteo Basso mit der Zeit von der jungen Kommissarin Nina Zanetti. Während bei den Ermittlungen um Cannobio im ersten Buch die Zusammenarbeit noch sehr lose ist, wird sie im zweiten Buch immer enger. Noch nicht wirklich offiziell, doch ausdrücklich von der Kommissarin erwünscht.

Bruno Varese Intrigen am Lago Maggiore
Band 2: Intrigen am Lago Maggiore
(Quelle: KiWi Verlag)

Im zweiten Band ist Matteo selbstredend mal wieder direkt vor Ort, als auf der Isola Bella vor Stresa ein Toter aufgefunden wird. Aufgespiesst auf einem Einhorn. Genau in der Mordnacht feiert Luigi mit einem grossen Fest auf der benachbarten Isola dei Pescatori seinen Geburtstag. Als die Kommissarin dann auch noch bedroht wird, bittet sie Matteo um Mithilfe bei den Ermittlungen. Aber nicht nur die polizeiliche Zusammenarbeit wird immer besser zwischen den beiden, auch zwischenmenschlich kommen sie sich immer näher.

Dann erstarrte er. Gänsehaut zog ihm den Rücken hinaus und liess ihn seine Schmerzen unmittelbar vergessen. Matteo war der Überzeugung, schon relativ viel gesehen zu haben in seinem Leben. Live oder auf Bildern. Aber dieser Anblick war mit Abstand das Grausamste, was ihm je untergekommen war.

Die Hintergründe hinter dem Mordfall auf der Isola Bella sind weit tragischer als noch im ersten Band. Lange zurückliegende Versuche mit Medikamenten an Menschen und eine tragische Ehe des Ermordeten, in welcher die Ehefrau stark zu leiden hatte. Viele Motive, doch nur einer kann der Mörder sein. Wieder einmal benötigt Matteo Hilfe seiner ehemligen Mailänder Kollegen.

Bruno Varese und seine Bücher vom Lago Maggiore

Mit seinen Kriminalromanen Die Tote am Lago Maggiore sowie Intrigen am Lago Maggiore ist dem Autor Bruno Varese ein toller Start in eine sympathische Krimireihe gelungen. So hoffe ich doch sehr, dass die Geschichte von Matteo Basso und Nina Zanetti weiter geht. Gemeinsam mit den drei Alten Luigi, Beppo und Flavio sowie mit Dino und seiner Osteria. Vielleicht wird ja bei Dino auch das Essen noch geniessbar? Es wäre Matteo zu gönnen.

Bruno Varese Lago Maggiore Cannobio
Spannend, unterhaltsam und sympathisch – die Kriminalromane vom Lago Maggiore.
(Foto: Mai 2010)

Der Autor Bruno Varese lebt selbst in der Region, in welcher seine Geschichten spielen. Nebst der Schweiz lebt er im Valle Vigezzo, welches oberhalb von Cannobio liegt. Auch Matteo wuchs in diesen Tälern auf und die Ermittlungen ziehen ihn und Nina Zanetti öfters in die abgelegenen Orte der Täler. Der Debütroman Die Tote am Lago Maggiore erschien 2016, die Fortsetzung Intrigen am Lago Maggiore folgte ein Jahr später. Beide Bücher erschienen im KiWi Verlag.

BUCHweltreise an den Lago Maggiore in Italien

Mit Matteo Basso, Nina Zanetti und den drei Alten mit ihrer Autowerkstatt reiste ich in die wunderschöne Region des Lago Maggiore. Matteo ist zwar in Cannobio zu Hause, seine Ermittlungen führen ihn jedoch an viele Orte entlang dem Lago sowie in die abgelegenen Täler. Die BUCHweltreise nach Italien hat sich absolut gelohnt und ich freue mich auf die Fortsetzung der tollen italienischen Krimireihe.

Dann prostete sie ihm zu.
„Nina.“
Matteo brauchte eine Sekunde, um zu verstehen, dass sie ihm gerade das Du angeboten hatte.
„Matteo.“

Auch selbst lebte und arbeitete ich zwischen 2006 und 2007 ein Jahr lang am Lago Maggiore. Nur einfach im schweizerischen Locarno am nördlichen Ende. Ausflüge unternahm ich vor allem in die Gegend um Locarno und Ascona, aber auch an den Markt von Cannobio zog es mich selbstverständlich. Nur an die Macelleria von Matteo und die Autowerkstatt der drei Alten kann ich mich nicht mehr allzu gut erinnern.

BUCHweltreise
Auf BUCHweltreise mit Quer durch den Alltag und umgeBUCHt.

Matteo lehnte sich an den Lancia, legte den Kopf in den Nacken und liess sich die wärmende Septembersonne ins Gesicht scheinen. Dann zog er sein Handy heraus unt tippte eine SMS.
Hast du heute Abend schon was vor? Ich habe gehört, dieser Fleischer aus Cannobio soll ganz fantastische Salsicce machen. Um acht Uhr?
Er zögerte nur eine Sekunde. Dann sandte er die Nachricht an Nina Zanetti.

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