Besuch beim Chef der Tiere im Zoo Zürich

Kaum jemand, der nicht schon mal in einem Zoo war. Auf der Schulreise, mit der Familie oder auch mal einfach so. Im Zoo gibt es immer was zu sehen und zu erleben. Es ist immer anders – aber immer super schön.

Es gibt viele tolle Zoos. Liebevolle kleinere sowie die weitherum bekannten grösseren. Uns zieht es regelmässig in den Zoo Zürich auf dem Zürichberg. Ganz einfach, weil wir so nahe an diesem Zoo wohnen. Innerhalb von zehn Minuten befinden wir uns in der Welt der Tiere. So auch vor kurzem mal wieder an einem Mittwoch.

Da der Zoo so nahe liegt, sind wir im Zoo normalerweise nur ausserhalb von Schulferien und Wochenenden anzutreffen. Dann nämlich, wenn der Andrang nicht so gross ist und wir die Tiere somit auch wirklich geniessen können. Dank der Jahreskarte sind unsere Besuche häufig eher kurz. Mal zu den Elefanten, mal zu den Affen. Oder bei Regenwetter auf einen gemütlichen und trockenen Spaziergang in den Masoala-Regenwald.

Den Zoo immer wieder neu entdecken

Es gibt keine schlechte Jahreszeit für den Zoo und auch kein schlechtes Wetter. Je nach Bedingung erlebt man die Tiere in ihrer Umgebung einfach ganz anders – und genau das macht es so spannend. Auch sollte man die Tiere nicht immer zur selben Tageszeit besuchen. Klar ist eine Fütterung ein Highlight, aber zu anderen Zeiten verhalten sich die Tiere auch anders.

Zoo Zürich

Wichtig: dank dem Zooplan den Überblick nicht verlieren. (Foto: November 2016)

Wir haben selten einen Plan. Wir laufen einfach mal los und das nach Möglichkeit immer wieder auf neuen Wegen. Mal geht es zuerst durch den Regenwald, mal zuerst zu den Elefanten oder ein ander mal zuerst zu den Affen. Oder wie beim letzten Mal im bei den Pinguinen, Fischen und Reptilien. Unser Kleiner wollte unbedingt das Krokodil sehen.

Und hi und da i einer Rueh, machts sSchnörli uf ond weder zue.

Zoo Zürich

Wo sich das Krokodil räkelt, sind auch die Schlangen nicht weit. (Foto: Januar 2013)

Nicht fehlen durften natürlich die Könige der Tiere – die Löwen. Sie warteten bei unserem Besuch gerade auf ihr Mittagessen. Das Fleisch hing und lag bereits im Gehege, die Tiere selber mussten daneben jedoch noch warten. Nicht neben dem Gehege natürlich, sondern einfach in einem Nebengehege. Wir warteten mit ihnen, hatten jedoch nicht die Geduld bis zum Verzehr zu warten. Zu gross war unserer eigener Hunger.

Zoo Zürich

Eindrücklich: der Chef und sein Weibchen. (Foto: Januar 2013)

Der Chef der Könige lief hin und her. Bestimmt knurrte sein Magen so richtig. Wie so ein kleines, schnell dahin gesagtes Wort, den Kindern bleiben kann. Seit unserem Zoobesuch muss der Chef der Plüschtiere immer mit ins Bett von unserem Kleinen. Sollte der kleine Plüschlöwe mal nicht da sein, kommt kurz und bündig die Frage „wo esch de Chef?“.

Zoo Zürich

Im Herbst 2016 verstarb leider das Männchen der Tiger, was man dem Weibchen bei unserem Besuch im November 2016 noch stark anmerkte. (Foto: Januar 2013)

Der Zoo entwickelt sich weiter

Das Halten von Wildtieren in Gefangenschaft ist nicht unbestritten. Früher war ein Zoo darauf ausgerichtet, den Zuschauern die Tiere aus fernen Ländern möglichst nah und gross zu präsentieren. In Betonbauten und oft viel zu kleinen Gehegen glich ein Zoo mehr einer Ausstellung, als korrekter Tierhaltung.

Zoo Zürich

Bei den Papageien. (Foto: Januar 2013)

Diese Denkweise hat sich glücklicherweise stark geändert. Ein Zoo nimmt heute viel mehr Aufgaben im Bereich Tierschutz wahr und hilft bei der Arterhaltung von bedrohten Tierarten mit. Auch die Gehege der Tiere ändern sich. Die Anlagen werden grösser und sind nicht mehr darauf ausgerichtet, dass die Besucher die Tiere möglichst gut sehen. Rückzugsmöglichkeiten gehören genauso zum Konzept, wie die Tiere in einer möglichst artgerechten Haltung zu zeigen.

Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen.

Natürlich. Tiere im Zoo leben in Gefangenschaft. Kein noch so grosses Gehege ersetzt die freie Wildbahn. Aber doch bin ich überzeugt, dass die Zoos mithelfen, ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen für den Schutz der Tiere. Vielfach werden einem bei neuen Anlagen nicht nur Informationen über die Tiere gegeben, sondern auch die Bräuche und Sitten der Regionen, in welchen die Tiere heimisch sind.

Zoo Zürich

In einem modernen Zoo werden nicht nur die Tiere ausgestellt – auch ihre Lebensräume werden vorgestellt. (Foto: November 2016)

Ein Zoo muss heutzutage den Spagat zwischen Unterhaltung sowie Tier- und Naturschutz machen. Die Leute kommen in erster Linie, um unterhalten zu werden und etwas zu sehen. Das wird wohl auch so bleiben. Aber wenn sie einmal da sind, machen sich ganz sicher viele der Besucher auch Gedanken über die natürlichen Lebensumstände der Tiere und der Natur an besagten Orten. Mit diesem Verständnis kann ein Beitrag geleistet werden für den Schutz wichtiger Lebensräume bedrohter Tierarten.

Zoo Zürich

Die Fische schwimmen seit 2016 im umgebauten und aufgefrischten Aquarium. (Foto: Januar 2013)

Die Höhepunkte im Zoo Zürich

Der Zoo Zürich mach das aus meiner Sicht sehr gut. Er befindet sich seit einigen Jahren in einem Umbruch. So erscheint es mir zumindest. Kein Jahr, in welchem nicht an einer neuen Anlage gebaut wird. Zurzeit wird an Australien gebaut, welches 2018 eröffnet werden soll.

Zoo Zürich

Fledermaus im Masoala-Regenwald im Zoo Zürich. (Foto: Januar 2015)

Unbestritten eines der grössten Highlight des Zürcher Zoos ist der Masoala-Regenwald. Im sogenannten Mini-Regenwald-Ökosystem können die Tiere mitten in ihrem natürlichen Lebensraum bewundert werden. Geniesst den Spaziergang durch die Wildnis und haltet die Augen offen. So erblickt ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit Gheckos, Chamäleons, viele bunte Vögel, den Roten Vari auf dem Dach sowie Fledermäuse. Seit 2013 kann man auf dem Baumkronen-Weg den Regenwald von ganz oben überblicken.

Zoo Zürich

Ein Ghecko im Masoala-Regenwald. Immer schön die Augen offen halten. (Foto: Januar 2013)

Seit 2014 haben die Elefanten ein neues Zuhause. Der Kaeng Krachan Elefantenpark bietet den Dickhäutern ein artgerechtes und grosszügiges Umfeld. Die zehn Asiatischen Elefanten können sich sowohl im Aussen- wie im Innenbereich frei bewegen. Eine besondere Attraktion ist der Unterwasserblick im Badebecken.

Zoo Zürich

Mit dem jüngsten Nachwuchs im Kaeng Krachan Elefantenpark im Zoo Zürich – Omysha wurde im Juni 2014 im Zoo Zürich geboren. Auf dem Foto ist der weibliche Nachwuchs gerade mal ein halbes Jahr alt. (Foto: Januar 2015)

Wo vorher noch die Elefanten in ihrem Betonhaus lebten, liegt seit 2015 die Mongolische Steppe für Yaks, Trampeltriere und Kaschmirziegen. Immer ein Besuch wert sind die Indischen Löwen, welche seit 2007 über eine neue Aussenanlage verfügen. Sehr gerne spaziere ich auch durch die Anlage Pantanal, wo Tapire und Ameisenbären, aber auch Totenkopfäffchen beherbergt sind. Diese wurde 2012 eröffnet.

Zoo Zürich

Beim Spaziergang durch die Anlage Pantanal begegnet man auch den Flamingos. (Foto: November 2016)

Am glättischte isch es halt immer im Zoo
Bi de gfitzte Affe!
Die sind immer luschtig und sind immer froh,
Die müend ned i d Schuel und go schaffe.

Ein Abstecher ins Menschenaffenhaus gehört für mich zu (fast) jedem Zoobesuch. Mich faszinieren insbesondere die Gorillas. Die Anlage ist ein älterer Bau, ein neues Menschenaffenhaus  zwischen er Masoala-Halle und dem Elefantenpark ist aber in Planung. Wann es kommt, ist jedoch noch unklar. Bereits für 2020 ist die Eröffnung der Lewa Savanne für Giraffen und Breitmaulnashörner geplant, ebenfalls in der Region des Elefantenparks.

Zoo Zürich

Ein Weisskopfsaki – in Zürich im Exotarium zu Hause. (Foto: Januar 2013)

Die Tiere des Zoos gehen auch spazieren. So treffen wir immer wieder auf die Lamas oder Kamele. Eine Parade der besonderen Art findet nur im Winterhalbjahr statt, sobald die Temperaturen unter zehn Grad bleiben. Die Watschel-Parade der Pinguine. Um halb zwei laufen sie los und drehen ihre Runde durch den Zoo. Kleiner Tipp: wartet nicht direkt bei der Pinguin-Anlage im dichten Gedränge auf die Könige der Antarktis. Geht etwas weiter vor auf ihrem Weg und lasst sie auf euch zukommen.

Zoo Zürich

Trabeditrap – die Königspinguine auf ihrem Spaziergang. Täglich um halb zwei bei Temperaturen unter zehn Grad. (Foto: November 2016)

Tiere entdecken mit den Schlieremer Chind

Kinder entdecken gerne. Ganz besonders Tiere. Seien es heimische wie Katzen, Hunde und Kühe oder aber fremdländische wie Affen, Löwen und Elefanten. Zwei Dinge sind dafür bei unserem Sohn ganz hoch im Kurs. Das Wimmelbuch vom Zoo Zürich und zum Mitsingen die CDs Mier gönd in Zoo der Schlieremer Chind.

Chende, mier gönd höt in Zoo!

Elefant, Löwe, Papagei, Krokodil, Pinguin und natürlich viele viele mehr – alle werden sie von den Schlieremer Chind besungen. Begleitet werden sie auf ihrem musikalischen Rundgang durch den Zoo vom Cabaret Rotstift.

Mir gönd in Zoo

Mir gönd in Zoo von den Schlieremer Chind.

Eine Auswahl von weiteren Zoos

In Zürich sind wir immer wieder im Zoo anzutreffen. Zu jeder Jahreszeit. Zu (fast) jeder Tageszeit. Und bei jedem Wetter. Aber natürlich gibt es noch ganz viele weitere attraktive Zoos in der Region. Folgende Tierparks kann ich euch ebenfalls sehr empfehlen.

  • Natur- und Tierpark Goldau
    Ein sympathischer Tierpark in der Zentralschweiz, welchen ich gerne mag. In einem Lehrlingslager (im letzten Jahrtausend) habe ich sogar beim Bau des Eselstalls mitgeholfen. Ob dieser heute noch steht, weiss ich jedoch nicht. Im Tierpark leben unter anderen die Bären und Wölfe gemeinsam im gleichen Gehege. Für die Kinder der Hit ist die Möglichkeit, einige der Tiere selbst füttern zu können.
  • Knies Kinderzoo in Rapperswil
    Ponyreiten, Kamelreite und ganz besonders das Rösslitram – von diesen Attraktionen erzählt unser kleiner Liebling immer wieder seit seinem Besuch im Kinderzoo diesen Sommer. Der Kinderzoo gehört zum Schweizer Nationalzirkus Knie und ist speziell auf Kinder und Familien ausgerichtet.
  • Toni’s Zoo in Rothenburg
    Toni’s Zoo im luzernischen Rothenburg wurde 1995 von Toni Röösli gegründet ist seither stark gewachsen. Die Stars im Zoo sind der Leopard Pädy, welcher von Hand aufgezogen werden musste, und die handzahmen Kamele Attila, Arno und Aida. Und nicht zuletzt die listigen Affen, welche die Besucher garantiert zum Lachen bringen.
  • Wildnispark Zürich in Langnau am Albis
    Im Tierpark leben einheimische Tierarten, darunter auch einige, welche in der Schweiz nicht mehr in freier Wildbahn vorkommen. Der Wildnispark Zürich ist jedoch mehr als nur ein Zoo. Im Naturerlebnispark kann der Sihlwald und dessen Bewohner hautnah erlebt werden.
  • Zoo Basel – Erleben was es zu bewahren gild
    Der Zoo Basel ist der älteste Zoo der Schweiz und verfügt mit über 7’000 Tiere in 628 Arten über den grössten Tierbestand. Dank diversen Zuchterfolgen zählt er zu den bedeutendsten Zoos von Europa.
Zoo Zürich

Die Seehunde im winterlichen Zoo. (Foto: Januar 2013)

1 Antwort

  1. Jörg sagt:

    Wenn ich eine Stadt besuche, muss ich unbedingt in den Zoo gehen. Es ist tolle Erlebnis!

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